WordPress Twenty Seventeen Theme: Wie du die Startseite anpasst

Twenty Seventeen Startseite anpassen

Twenty Seventeen (2017) ist das neue Standard Theme, welches ab WordPress 4.7 mitkommt. Dieses eher Business-orientierte Theme unterscheidet sich stark von den bisherigen Blog-optimierten Standard-Themes in der WordPress-Vergangenheit. Damit steht Twenty Seventeen für die Weiterentwicklung von WordPress von einer simplen Blogger-Plattform zu einer Grundlage für alle Arten von Webseiten.

Einführung in das Twenty Seventeen Theme

Die Nutzung einer Landingpage als Startseite von Business-Webseiten ist auf dem Vormarsch. Das Twenty Seventeen Theme macht es dir einfach, eine ansprechende Business-Landingpage aufzubauen.

Im Internet kursiert schon seit einiger Zeit die offizielle Twenty Seventeen Demo, die dir einen Einblick in die zahlreichen Möglichkeiten des neuen Themes gibt. Sofort wird dir der Video Header auffallen. Beim Herunterscrollen zeigt sich ein Design, das in verschiedenen Abschnitten (Sections) aufgebaut ist, wobei jede Section einen Parallax Scrolling Effekt aufweist. Das heißt, einzelne Ebenen bewegen sich unterschiedlich schnell, so dass der Eindruck von physischer Tiefe entsteht.

Die Navigation wird dir dank der Navigationsleiste nicht schwer fallen. Das Theme nutzt durchweg den Font Libre Frankling, der nur durch Schriftgröße, Farben und andere Variablen variiert wird. Im Gesamten präsentiert sich das Theme, nachdem es angepasst wurde, in einem modernen, professionellen und übersichtlichen sowie gut navigierbaren Look.

2017 Theme

Sobald du das neue Theme siehst, wird dir auffallen, wie sehr es sich von all seinen Vorgängern unterscheidet. Während bisherige WordPress Themes nur geringfügigen Aufwand für das Set-up erforderten, ist Twenty Seventeen mehr als ein direkt einsetzbares funktionales Blog-Thema. Zwar kann auch das neue Theme als Grundlage für ein Blog genutzt werden. Eingeführt wurde Twenty Seventeen jedoch für die Gestaltung voll umfänglicher Business- oder eCommerce-Webseiten. Landingpages mit verschiedenen Sections sind die Stärke des neuen Themes.

Damit verbunden ist ein höherer Aufwand bei der Einrichtung einer Seite mit dem neuen Theme, verglichen mit den vorherigen Standard-Themes, die WordPress bis dato angeboten hat. Dies wirft die Frage auf, was das neue Theme im Einzelnen zu bieten hat, wie du damit eine Seite erstellen kannst und wie du im Allgemeinen von den neuen Möglichkeiten profitieren kannst.

Homepage-Abschnitte im Twenty Seventeen Theme erstellen

Ein großer Teil des Twenty Seventeen Setups geschieht über den WordPress Theme Customizer. Zusätzlich zu den Standard-Features (zu denen etwa die Gestaltung der Menüs oder der Widgets gehören), kannst du mit dem Customizer ein Header Video oder Header Image erstellen, das Farbschema wechseln und Inhalte zu den Rubriken der Startseite hinzufügen.

Mit WordPress 4.7 kommt zudem ein neues Feature mit Shortcuts, wodurch sich ein Customizer-Menü an der Stelle öffnet, an der Teile der Seite angepasst werden können. Auf diese Weise macht es dir WordPress noch leichter, zahlreiche Komponenten im Theme zu editieren, etwa das Header Image oder die Inhalte aller Seitenabschnitte.

WordPress 4.7 kommt zudem mit einem neuen Kern-Feature namens Additional CSS. Dieses findet sich in der Menüoption des Customizers und bezieht sich auf die neue WordPress Version im Allgemeinen und nicht nur auf das Twenty Seventeen Theme.

Die Anpassung des neuen Themes an deine individuellen Bedürfnisse an deine Webseite kann in sechs Schritten durchgeführt werden.

Schritt 1: Seiten für jeden Abschnitt auf der Webseite erstellen

Für jede Sektion eine Seite erstellen
Für jede Sektion eine Seite erstellen

Zunächst erstellst du die Seiten, die auf der Startseite in den verschiedenen Abschnitten angezeigt werden sollen. Diese Abschnitte werden auch Sektionen oder Sections genannt.

Hierbei empfiehlt es sich, mit gewissen Standard-Seiten zu beginnen.

Eine Seite sollte als Startseite beziehungsweise statische Landingpage erstellt werden. Eine weitere Seite sollte für Blogeinträge oder Posts angelegt werden. Bis zu vier weitere Seiten empfehlen sich für zusätzliche Inhalte, die in den Abschnitten der Homepage angezeigt werden. Diese Seiten können etwa eine „Über mich“-Seite, eine „Kontakt“-Kategorie, ein Impressum oder eine Datenschutzerklärung beinhalten.

Schritt 2: füge ein Bild zu jeder Seite hinzu

Beitragsbild für jede Sektion
Beitragsbild für jede Sektion einfügen

Um den angesprochenen Parallex Scrolling Effekt zu erhalten, muss zu jeder Seite, die zu den Abschnitten der Startseite gehört, ein großes Beitragsbild (Featured Image) hinzugefügt werden. Auch wenn du kein entsprechendes Bild auf der Homepage willst, die im vorherigen Schritt erstellt wurde, möchtest du vielleicht jede andere erstellte Seite mit Featured Images versehen.

In der Demo zum Twenty Seventeen Theme werden zu diesem Zwecke Bilder eingesetzt, die Abmessungen von 2000 Pixeln in der Breite und 1200 Pixeln in der Höhe aufweisen. Daher funktionieren solche Bilder am besten, die eine gleiche Größe haben oder dieser Größe nahe kommen. Deutlich kleinere Bilder solltest du nicht verwenden, da die Ergebnisse dann nicht zufriedenstellend wären.

Falls keine entsprechenden Bilder zur Hand sind, findet sich eine erste Lösung darin, Bilder ähnlicher Größe via Online-Bildersuche zu finden und sie an die Größe von 2000 mal 1200 Pixeln anzupassen. Ich kaufe die Bilder auf DepositPhotos, da finde ich die Auswahl am besten.

Schritt 3: lege eine statische Seite und eine Blogpost-Seite fest

Statische Startseite festlegen
Statische Startseite festlegen

Hier wird zunächst die Option einer statischen Seite ausgewählt, bevor du den Customizer startest. Dieser findet sich unter dem Navigationspunkt Design > Customize im Administrationsbereich.

Wähle die statische Startseite aus dem Menübereich und nimm die wichtigen Einstellungen vor. Neben der Anzeige der Startseite wählst du das Optionsfeld für eine statische Seite aus. Im Dropdown-Menü der Startseite wird die Startseite festgelegt. Im Dropdown-Menü der Blogpost-Seite wählst du die Blog-Seite aus. Vergiss nicht, auf Speichern und Veröffentlichen zu klicken, bevor du mit dem nächsten Schritt fortfährst.

Schritt 4: Seiten zu jedem Abschnitt der Startseite zuordnen

Jeder Sektion eine Seite zuweisen
Jeder Sektion eine Seite zuweisen

Hier wählst Du die anwendbaren Seiten aus, die für jeden Abschnitt der Startseite zur Verfügung stehen.

Um die verschiedenen Seiten, die du in den vorherigen Schritten erstellt hast, den Sections der Startseite zuzuordnen, wähle im Customizer das Theme Options Menü aus.

Es erscheinen Dropdown-Menüs, mit denen es möglich ist, jede erstellte Seite dem Bereich der Startseite zuzuordnen, wo sie erscheinen sollen.

Schritt 5: erstelle ein Haupt-Navigationsmenü

Navigation - Das obere Menü festlegen
Das obere Menü festlegen

Navigationsmenüs können auf verschiedene Weise ausgewählt und erstellt werden. Entweder wird im Customizer-Menü die Option Menü ausgewählt oder du nutzt den Weg über die Navigationspunkte Design > Menüs im Administrationsbereich.

In beiden Fällen unterscheidet sich die Erstellung von Navigationsmenüs in WordPress 4.7 nicht von den Vorgängerversionen. Das Menü kann also wie gewohnt erstellt werden und anschließend dem gewünschten Ort zugewiesen werden.

Schritt 6: Optional füge einen Video Header hinzu

WordPress bietet in der Version 4.7 ein vollständiges Widget zur Erstellung eines Video Headers. Innerhalb kurzer Zeit kann der Header also mit einem beliebigen Video gefüllt werden. Der dafür relevante Bereich des Customizers kann via Shortcut erreicht werden, oder indem der Menüpunkt Header Media im Customizer aufgerufen wird.

Neues Headervideo oder Headerbild festlegen
Neues Headervideo oder Headerbild festlegen

Zur Erstellung des Headers musst du nun ein Video auswählen, das du nutzen möchtest. Alternativ dazu kann auch eine URL zu einem Video ausgewählt werden, das dann im Header erscheinen soll. Somit können etwa Videos von YouTube im Header eingebunden werden. Beim Upload eines Videos solltest Du berücksichtigen, dass hier bestimmte Videogrößen empfohlen werden. Diese entspricht in Pixeln auch den Abmessungen empfohlener Bilder bei der Seitenerstellung und beträgt damit 2000 mal 1200 Pixeln. Wird diese empfohlene Größe nur geringfügig unterschritten, können sich die Ergebnisse dennoch sehen lassen. Deutlich kleiner sollte das Video im Header dennoch nicht sein.

Nachdem du diese sechs Schritte umgesetzt hast, steht die Grundstruktur der neuen Webseite im WordPress Twenty Seventeen Theme. Eine statische Homepage mit Startseite und verschiedenen Abschnitten und Unterseiten sowie Video Header kann also auf einfache Weise professionell gestaltet werden.

Zusätzlicher Punkt: dynamische On-Page-Navigation erstellen

Ein Feature, das dem Twenty Seventeen Theme fehlt, ist ein eingebauter Support für die Navigation zwischen den Bereichen der Startseite. Wünschenswert wäre es, wenn die Navigation es ermöglichen würde, zwischen den verschiedenen Rubriken und Abschnitten hin und her zu navigieren. Für diese fehlende Option findet sich jedoch eine Lösung.

Um die On-Page-Navigation zu ermöglichen solltest du zunächst ein Menü erstellen, welches zu den Sprungmarken aka name Anchors linkt und nicht zu verschiedenen Seiten. Sämtliche Beiträge und Seiten innerhalb von WordPress besitzen eine ID. Anhand dieser ID werden sie in der Datenbank identifiziert. Mit IDs können Menü-Links angepasst werden.

Sprungmarken
Sprungmarken – oder name anchors nutzen

Zur Erstellung von IDs kannst du die Titel der Seiten übernehmen, die in den Bereichen der Startseite angezeigt werden. Die Titel sind dabei in Kleinbuchstaben zu schreiben und sämtliche im Titel vorkommenden Leerzeilen sind durch Gedankenstriche zu ersetzen.

Wenn du WordPress in einem Unterverzeichnis (Subdirectory) installiert hast, muss das Unterverzeichnis im Link enthalten sein. Die Installation in einem Unterverzeichnis ist gängige Praxis für Seiten, die in einer lokalen Entwicklungsumgebung entworfen wurden. Damit Links funktionieren und die Navigation zwischen den Links möglich ist, muss der Titel des Unterverzeichnisses in der URL enthalten sein. Falls du WordPress nicht in einem solchen Subdirectory installiert haben solltest, kannst du die Angabe des Verzeichnisses auslassen.

Im Sinne der Navigation musst du nun IDs in jede Section der Startseite hinzufügen. Es gibt zwei Arten, auf die du das tun kannst. Die einfachste Variante besteht darin, die IDs direkt zu den Seitentiteln hinzuzufügen, indem du den WordPress Seiten-Editor benutzt.

id im Seitentitel hinterlegen
id im Seitentitel hinterlegen

Du kannst auch den HTML-Code direkt in die Titelzeile des Seiten-Editors eingeben. Diese Methode ist jedoch nicht optimal. Die ID entspricht den Seitennamen in Kleinbuchstaben und mit Bindestrichen an Stelle von Leerzeichen. Die ID wird in span-Elemente eingefasst.

<span id="ueber-uns" style="padding-top: 96px">Über Uns</span>

Dies sind HTML-Elemente, die Text und andere Bestandteile beinhalten können, dabei jedoch keine semantische Bedeutung aufweisen und damit auch nichts bewirken. Aber auf diese Weise entsprechen die IDs den anderen IDs, die zu den angepassten Navigationsmenü-Links hinzugefügt wurden. Wird zusätzlich ein Innenabstand oben hinzugefügt (etwa ein Abstand von 96 Pixeln) bewirkt dieser Wert, dass der Inhalt unterhalb der Navigationsleiste erscheint. Diese Vorgehensweise erfordert gewisse Kenntnisse und ist fehleranfällig. Unproblematischer ist es, die span-Elemente, IDs und den Innenabstand unter Nutzung von jQuery hinzuzufügen.

jQuery( "h2.entry-title" ).each( function() {
	var panelId = jQuery( this ).html().toLowerCase().replace(/\s+/g, "-");
	jQuery( this ).wrapInner(function() {
		return "";
	})
})

Der sich hierbei ergebende Code lokalisiert den Titel jedes Abschnitts auf der Startseite, fügt ihn in span-Elemente ein und weist sie den erforderlichen Eigenschaften und Abständen zu. Zusätzlich errichtet dieser Code einen ID-Wert, indem er den Titel des Abschnitts in Kleinbuchstaben konvertiert und die Leerzeilen durch Bindestriche ersetzt. Wenn du eine Section auf der WordPress Seite hast, die Mein Blog heißt, dann wird der Code den ID-Wert id=“ueber-uns“ erstellen. Dieses ID-Format weist die gleiche Syntax auf, die du auch für die Links im angepassten Navigationsmenü verwendest.

Um diesen Code auf deiner Seite zu laden, kannst du ihn an zwei unterschiedlichen Orten hinzufügen. Entweder in eine JavaScript Datei, die Teil eines aktivierten Twenty Seventeen Child-Themes ist oder in ein Plug-In, das JavaScript laden kann. Mit einem CSS und JavaScript Plug-In kann der Code auf einfachste Weise geladen werden. Hier kann auch ein Plug-In wie Simple Custom CSS and JS verwendet werden, um mit jQuery zu laden.

Hiermit ist das Twenty Seventeen Theme als Landingpage eingerichtet und die Hauptnavigation funktioniert nun auch in Form einer On-Page-Navigation zwischen den Sections der Seite.

Weitere Gestaltungsmerkmale

Wenn du die Seite noch eleganter gestalten möchtest, bieten sich als weitere Schritte noch mehrere Erweiterungen an. Es empfiehlt sich, Umleitungen oder Redirects einzurichten. Auf diese Weise werden Besucher, die auf einer der Seiten landen, sofort auf die für sie relevanten Bereiche der Webseite umgeleitet.

Wenn du dich für jQuery entschieden hast, um die Navigation zwischen den Sections der Startseite zu ermöglichen, solltest du so genannte Conditional Tags nutzen. Conditional Tags haben die Eigenschaft, Bedingungen (Conditions) abzufragen. Bei der Nutzung von jQuery können Codes verwendet werden, um nur den reinen Code auf der Webseite zu laden.

Deine Seite wird auch zusätzlichen Unterseiten beinhalten, die nicht zu den Sections gehören. Diese solltest du zum Navigationsmenü hinzufügen und zudem alle Links zu den Sections in einem Dropdown-Menü anordnen.

Fazit

Mit dem Twenty Seventeen Theme bietet dir WordPress eine vollkommen neue Art von Theme, die sich in vielen Punkten signifikant von vorherigen Themes unterscheidet. Zumindest, so lange die Standard-Themes betrachtet werden. Die Nutzung einer statischen Startseite ist auf einfachere und elegantere Methode möglich.

Es finden sich im Customizer sichtbare Icons, mit denen die Webseite bearbeitet und angepasst werden kann und im Header können nun auch Videos statt nur Bilder platziert werden. Es wird deutlich, dass WordPress mit dem neuen Theme beabsichtigt, sein Angebot vom reinen Bloggen auszuweiten auf die Geschäftswelt. Webseiten für das Business und für eCommerce-Zwecke können auch mit WordPress erstellt werden.

Zwar kostet die Erstellung einer Webseite unter Nutzung des neuen Themes etwas mehr Zeit und Aufwand als bei den bisherigen Standard-Themes. Dafür bietet WordPress nun eine moderne, ansprechende und mit großer Funktionsvielfalt ausgestattete Umgebung, die nicht nur für Blogger interessant ist.

via wpmudev

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3 Kommentare
  1. Was ich nicht verstehe ist: Wenn ich im Customiser auf Theme Optionen gehe, dann sind doch Blog, Kontakt, Übermich voreingestellt, klicke ich auf speichern erscheinen die Bereiche und das Menü dazu automatisch auf der Seite … aber es werden garkeine Seiten angelegt .. .wo kommen diese Inhalte denn nun her und woher die Bilder (die ja eigentlich Seitenbilder sein sollten) … irgendwie etwas komisch .. es gibt nach dem Speichern auch kein zurück mehr (überall „- Auswählen -“ auswählen setzt die Seite auch nicht zurück, also muss man jetzt plötzlich Seiten anlegen .. sonst bleiben die vorgegebenen :(
    Habt ihr ne Idee?

  2. Hallo und danke für das Tutorial!

    Ich würde gern auf der Startseite auf die untere Navigation verzichten, so wie auf deinem Screenshot, also nur den Scroll-Down-Pfeil. Wie mache ich das? Wenn ich das Theme installiere, ist die Navigation schon eingefügt.

    Gruß, Andreas

  3. Hallo Andreas,
    wenn du nur die Startseite verändern möchtest, kannst du die index.php kopieren und in home.php umbenennen.

    Die home.php kannst du dann nach deinen wünschen anpassen.

    lg
    Jochen


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