HowTo: So richtest du CloudFlare für dein WordPress Blog ein

CloudFlare installieren und einrichten

Artikel wurde aktualisiert am 12.10.2016

Bei CloudFlare handelt es sich um ein Content Delivery Network, kurz CDN, das rund um den Globus einen schnellen und sicheren Service anbietet. Damit lädt deine Seite für Besucher nicht nur schneller, dank der dedizierten Sicherheitsfunktionen von CloudFlare schützt du dich auch vor Hackern und Spam-Kommentaren. Über eine einfache Anmeldung und ein frei verfügbares Plug-In kannst du CloudFlare auch für WordPress installieren und bietest deinen Besuchern deinen Blog damit sicherer und schneller an. Und das in der Basisversion sogar vollkommen kostenfrei.

Schneller und sicherer dank CloudFlare – So richtest du das CDN für WordPress ein

Das ist CloudFlare und so bindest du es in deinen WordPress ein

CloudFlare Features und Funktionen
Beim System CloudFlare handelt es sich um ein Content Delivery Network. Das bedeutet, dass sich ein dediziertes Servernetzwerk darum kümmert, um schnellen und sicheren Zugriff deiner Seite (in diesem Fall also deines WordPress Blogs) zu gewährleisten. Dafür besitzt CloudFlare natürlich einige Vorteile gegenüber dem direkten Hosting über WordPress, die wichtigsten Pluspunkte lassen sich aber ganz einfach auf zwei Argumente herunter brechen:

  1. Sicherheit
  2. Geschwindigkeit

Seiten, die über CloudFlare verwaltet werden, sind bis zu doppelt so schnell geladen und brauchen dabei 30 Prozent weniger Bandbreite. Bei einfachen Textseiten mag dieser Unterschied kaum auffallen, wenn du jedoch einen Weblog mit vielen Fotos, Bildern, Dokumenten oder sogar Videos betreibst, so erreichst du mit dem Hosting über CloudFlare die Besucher deiner Seite deutlich schneller.

Dabei handelt es sich in der konkreten Methode nicht um schwammige Techniken, sondern in der Praxis arbeitet CloudFlare ganz simpel:

CloudFlare besitzt weltweit (derzeit) 86 Server.

Server Netzwerk

Wenn Besucher deine Seite erreichen möchten, werden sie auf den Server verwiesen, der ihnen geografisch am nächsten ist – und das ist nun einmal deutlich schneller als ein Serveraufruf am fernen Ende der Welt.

Gleichzeitig bietet CloudFlare aber auch sicheres Hosting, denn über CloudFlare werden nicht nur SQL Injektionen blockiert, auch Webcrawler und Programme, die massenhaft E-Mails abgreifen, werden automatisch ausgesperrt. Deutlich häufiger wirst du auf WordPress wohl mit Spamkommentaren kämpfen müssen, auch hier greift dir CloudFlare unter die Arme und verbannt den Spam in den Kommentarfeldern ganz automatisch.

Weitere Security Vorteile:

  • DDOS Protection
  • SQL injection ausschließen
  • Blockieren von bekannten Crawlern und Spammern

Damit bietet dir CloudFlare nicht nur einen komfortablen Schutz vor dem Missbrauch deiner Seite, sondern beugt auch Hacking-Versuchen vor. Zwei von drei WordPress-Seiten gelten als unsicher.
Handfeste Nachteile zu CloudFlare gibt es nicht, du verlierst lediglich die Kontrolle über deinen eigenen Nameserver.

Das spielt in der Praxis allerdings weniger eine Rolle, da in diesem Fall einfach CloudFlare die Rechnernamen in vom Computer aus erreichbare Adressen handhabt. Dies könnte potentiell missbraucht werden, allerdings ist CloudFlare eine vertrauenswürdige Firma und immer mehr Blogger hosten ihre WordPress-Seite über den Service von CloudFlare. Insgesamt werden derzeit bereits zwei Millionen Websites von CloudFlares Servern aus bereitgestellt.

Außerdem würde deine Seite theoretisch zeitweise offline gehen, wenn CloudFlare einen Crash erlebt, allerdings müssten dafür schon alle 86 weltweit verteilten Server das Netz verlassen. Das ist unwahrscheinlich und wenn 86 um den Globus verteilte Server gleichzeitig crashen, ist deine Seite vermutlich das geringste Problem. Es sei denn, er beschäftigt sich mit dem Überleben in der Endzeit.

Die Verwaltung deines WordPress-Blogs über CloudFlare ist also nicht nur sicherer, sondern auch schneller als deine reguläre Seite. Deine User werden den Unterschied wahrscheinlich nur als den netten Nebeneffekt einer gesteigerten Geschwindigkeit bemerken.

Für dich ändert sich ansonsten gar nichts, denn CloudFlare ist nur ein Content Delivery Network. Dein Registrar bleibt weiter dein Registrar, dein Hosting Service bleibt dein Hosting Service.

Außerdem lässt sich CloudFlare für WordPress binnen Minuten installieren. Wie das genau funktioniert, erfährst du hier.

CloudFlare: Installation und Einrichtung für WordPress

Vor der CloudFlare-Einrichtung brauchst du keine Angst zu haben. Auch wenn du technisch überhaupt nicht bewandert bist, wirst du mit dieser Anleitung sicher ans Ziel kommen.

1. Voraussetzungen für die Installation von CloudFlare

Um deinen WordPress Blog über CloudFlare laufen zu lassen, benötigst du (natürlich) zunächst einmal WordPress. Obwohl du theoretisch auch andere Seiten über CloudFlare verwalten kannst, lediglich eine eigene Domain ist notwendig.
Ansonsten benötigst du weder Hard- noch Software, um den vollen Funktionsumfang von CloudFlare zu nutzen. Sämtliche Optionen sind außerdem jederzeit einfach „kündbar“, solltest du also einmal nicht mehr zufrieden sein, so deaktivierst du CloudFlare einfach.

2. Einrichten des CloudFlare-Accounts

CloudFlare Account erstellen
CloudFlare Account erstellen

Zunächst einmal benötigst du einen Account bei CloudFlare. Hierzu gehst du ganz einfach auf die Seite cloudflare.com und erstellst dir über Sign Up deinen Account.

Du benötigst lediglich eine gültige E-Mail-Adresse und musst ein Passwort eingeben. Andere Daten werden von dir während der Anmeldung nicht verlangt.
Hast du dir deinen Account erstellt, so wirst du automatisch zur Konfiguration weitergeleitet.

Lass uns da gemeinsam weitermachen.

3. Abfrage deiner DNS Records

Domain Eingabemaske

Dieser Schritt klingt komplizierter als er ist!

CloudFlare braucht lediglich deine Domain-Name-System-Daten. Hierzu werden deine bestehenden DNS Records von CloudFlare gescannt. Eigentlich musst du aber lediglich die Domain (j0e.org) deiner Seite eingeben und auf „Scan DNS Records“ klicken, CloudFlare erledigt dann den Rest.
Dieser Schritt kann einige Minuten in Anspruch nehmen.

Sobald CloudFlare fertig ist, klickst du einfach auf „Continue“ und gelangst auf den Verifizierungsbildschirm.

4. DNS Records verifizieren

DNS Records überprüfen
Wenn du dich gar nicht auskennst und CloudFlare nur wegen des schnelleren Zugriffs und der zusätzlichen Sicherheit benutzen möchtest, dann musst du nur sicherstellen, dass neben deinem Domainnamen eine orangefarbene Wolke auftaucht.

Am besten für die Variante mit und ohne www.

Wenn dem der Fall ist, klickst du einfach auf „Continue“.

Willst du dagegen etwas tiefergehend in die Struktur deiner Seite und die Auslagerung auf CloudFlare eingreifen, kannst du hier auch entscheiden, welche Unterseiten und Services nicht auf CloudFlare ausgelagert werden sollen. Diese Unterseiten umgehen dann CloudFlare einfach.

Im nächsten Schritt wählst du dann deine Vertragsoption aus, hierzu stehen dir vier verschiedene Modelle zur Verfügung.

5. Kosten und Vertragsoptionen

Wähle deinen gewünschten Vertrag aus
Keine Sorge, CloudFlare ist in der Basisversion gratis.

Der kostenlose Plan Free bietet dir dabei SSL-Zertifikate, die Sicherheit von CloudFlare, die schnelle Performance des Services und statistische Einsichten in die Besucher deiner Seite. Betreibst du nur einen kleinen Blog oder möchtest den Service nur einmal ausprobieren, ist das bereits eine gute Lösung für dich.

Doch dedizierteren Zugriff auf Statistiken und deine Seite hast du mit der Pro-Option. Für 20 USD/Monat erhältst du eine noch schnellere Performance und eine Optimierung für Mobilabrufe. Für zusätzliche Sicherheit sorgt hier eine Web Application Firewall, virtuelle Echtzeitstatistiken erlauben dir außerdem, live zu verfolgen, welche Inhalte wirklich gut ankommen. Wenn du mit deiner Seite arbeitest, mit deinen Inhalten Geld verdienst (oder das anstrebst), bietet dir dieser Vertragsplan eine sehr genaue Kontrolle über deine Inhalte und die Besucher deiner Seite.

Der Plan Business bietet dir für 200 USD/Monat Zugriff auf sämtliche Pro-Features und erweitert diese um zusätzlichen Schutz gegenüber Angriffen. Über Denial of Service gehst du im Business-Plan zusätzlich sicher, dass unliebsame Elemente von deiner Seite ferngehalten werden.
Außerdem garantiert dir der Business-Plan, dass deine Seite immer erreichbar ist und deine Besucher so jederzeit Zugriff auf deine Inhalte besitzen. Wenn du einen Onlineshop, eine Präsenz für deine Firma oder Agentur oder eine Newssite über WordPress betreibst, ist das die richtige Wahl.

Die Lösung Enterprise steht dir außerdem auf Unternehmensebene zur Verfügung und bietet dir das volle Paket von CloudFlare inklusive eigenem Mitarbeiter, der sich um deine Seite kümmert. Hier besteht Zugang durch multiple User und ein rund um die Uhr erreichbarer Telefonsupport. Zu den CloudFlare-Kunden im Enterprise-Vertragsplan zählen Reddit, okcupid, der Eurovision Song Contest oder die Seite von League of Legends. Der Enterprise-Service ist recht flexibel und ab 5.000 USD/Monat verfügbar. Also wohl eher nichts, für die meisten von uns.

CloudFlare bietet vielseitige und skalierbare Lösungen vom einfachen Blog bis hin zum Major Player im Web. Das macht CloudFlare auch dann zu so einem perfekten Begleiter im Netz, wenn dein Content Delivery Network gemeinsam mit deinem Content wachsen soll.

Wir klicken wieder auf „Continue“.

6. Das Ändern der Namensserver

Die neuen Nameserver
Nun führen wir das erste mal Änderungen durch, die sich auf deine Webseite tatsächlich auswirken.

Als aktive Namensserver, für die gewünschte Domain, tragen wir nun die zwei von CloudFlare ein. Falls noch weitere vergeben sind, löschst du die bitte einfach.

Aber um CloudFlare einzurichten, musst du nun die CloudFlare-Seite verlassen und auf die Seite deines Domain Registrars gehen. Wie du hier vorgehst, um den Nameserver zu ändern, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter, du musst also ganz spezifisch schauen, was dein Registrar erfordert.

Sobald du die Einstellung des Nameservers gefunden hast, änderst du diese einfach in den Nameserver, den CloudFlare dir angibt.

Ab jetzt ist der CloudFlare-Dienst vor deine Webseite geschaltet.
Es kann allerdings eine weile dauern, bis die neuen Nameserver für dich und deine Besucher aktualisiert werden. In der Regel aber nicht länger als 24 Stunden.

7. Installation des Plug-Ins für WordPress

CloudFlare Plugin installieren
Dieser Schritt ist theoretisch optional, allerdings empfohlen.

Denn die Kommentarsektion wird ohne das passende Plug-In nicht wie gewünscht funktionieren. Das Plug-In für WordPress erhältst du unter https://de.wordpress.org/plugins/cloudflare/ und die Konfiguration ist vergleichsweise simpel.

Installierst du das Plug-In nicht, kommt es zu einem Fehler in den Kommentaren, da CloudFlares eigene IP in deinen Logs (und den Kommentaren) angezeigt wird. Dies verleitet einige User dazu, fälschlicherweise anzunehmen, dass häufige Spam-Kommentare direkt von CloudFlare kommen, dabei fungiert CloudFlare nur als Proxy für die eigentliche Website. Auch andere Sicherheits-Plug-Ins könnten von diesem IP-Tausch verwirrt werden und funktionieren gegebenenfalls nicht korrekt.

Drei Schritte sind jedoch absolut notwendig, damit das Plug-In fehlerfrei funktioniert.

7.1 Domain, API Key und API E-Mail

Plugin Einstellungen
Im ersten Feld wirst du aufgefordert, deine Domain einzugeben. Das sollte nicht weiter schwer sein, lediglich das www kannst du weglassen, ansonsten tippst du hier einfach deine Domain ein.
Anschließend wirst du gebeten, deinen API Key einzugeben.

Global API Key kopieren
Hierzu klickst du auf die Verlinkung rechts neben dem Textfeld. Du gelangst automatisch auf die richtige Seite und scrollst bis zum Bereich API Key. Hier klickst du auf „View API Key“ neben „Global API Key“. Den Schlüssel copy-pastest du nun einfach ins passende Feld, gibst deine E-Mail Adresse ins API E-Mail-Feld ein und damit ist das Plug-In vollständig eingerichtet.

Whitelisting von IP-Adressen

Um den vollen Schutz via CloudFlare zu gewährleisten, solltest du möglichst umgehend eine Whitelist erstellen. In dieser Whitelist gibst du alle vertrauenswürdigen IPs an, von denen aus verstärkt auf deine Seite zugegriffen wird. Dies betrifft vor allem IP Adressen, von denen aus du dich auf deine Seite einloggst und deine Inhalte verwaltest, Sicherheitsdienste, Services zu statistischen Erhebungen deiner Seite, Suchmaschinen und die Crawler soziale Netzwerke.
So gewährleistest du einen sicheren Zugriff von allen gängigen Quellen aus.

Die Sicherheitseinstellungen

In der „Werkseinstellung“ befinden sich die Sicherheitseinstellungen von CloudFlare in der mittleren Position, für die meisten Seiten funktioniert das blendend.

Wenn dein Blog häufiger Angriffsziel von Spammern und Malware ist, kannst du die Einstellungen hier auch erhöhen. Allerdings wird dies zur Folge haben, dass User häufiger fälschlicherweise als Spam behandelt werden.

Eine Pauschallösung für die Sicherheitseinstellungen gibt es nicht, die notwendige On-Site-Security hängt stark von deiner Seite und deinen Besuchern ab. Theoretisch ist es durchaus auch möglich, dass du die Schierheitseinstellungen absenkst, allerdings verspielt dies einen der großen Vorteile von CloudFlare.

Zugriff von CloudFlares IP garantieren

Dieser Schritt ist nur dann erforderlich, wenn du Firewalls, Server Mods oder .htcaccess nutzt, um Besucherzugriffe zu verwalten. In diesem Fall musst du nämlich sicherstellen, dass CloudFlares IPs nicht blockiert oder im Zugriff behindert werden, ansonsten wirst du feststellen, dass dein Auftritt ungewollt offline ist.

Tatsächlich ist blockierter oder begrenzter Zugriff der häufigste Grund für CloudFlare-Sites, die ungewollt offline sind. Bevor du dich also an den CloudFlare-Support wendest, solltest du sicherstellen, dass die Reichweite aller CloudFlare IPs wirklich vollen Zugriff auf deine Seite haben und nicht von anderen Sicherheitsmechanismen blockiert werden.

Hat CloudFlare einen Effekt auf mein SEO?

Diese Frage wird immer wieder gestellt. Auch ich habe darüber schon nachgedacht. Werde ich durch ein CDN Rankings verlieren?

Die Antwort ist NEIN! CloudFlare wird die Suchmaschinenoptimierung deiner Seite nicht negativ beeinflussen.
Vielleicht aber positiv, wenn sich die Geschwindigkeit deiner Seite dadurch verbessert.

Auch wenn du mit DDOS Angriffen zu kämpfen hast, kannst du von CloudFlare profitieren.

Darum solltest du CloudFlare benutzen

CloudFlare wurde von am 15.09.2016 getestet.
Bewertung: 5 von 5 Sternen

Auch wenn du es in deinem Konsumverhalten im Netz vielleicht nicht aktiv bemerkst, Geschwindigkeit ist ein absolutes Muss im Web. User erwarten heutzutage einfach eine Seitenaufrufgeschwindigkeit binnen Sekunden. Bereits im Jahre 2014 führte WordPress eine Umfrage zum Thema durch und User legen einfach Wert auf schnelle Verfügbarkeit. Wenn deine Seite zu lange lädt, wird eben ein anderer Service gesucht.

Besonders kritisch ist das, wenn User von Mobilgeräten aus zugreifen und Inhalte nur über eine schlechte Verbindung abrufen können.

Hinzu kommen natürlich noch die Sicherheitsfunktionen von CloudFlare und die einfache Einrichtung, wobei dir dieses Tutorial hilft. Und da du CloudFlare in der Basisversion gewissermaßen kostenfrei testen kannst, spricht eigentlich nichts dagegen, dass du das CDN für deinen WordPress Blog implementierst. Zusätzlich hilft dir das in CloudFlare integrierte, kostenlose SSL-Zertifikat dabei, dass deine Seite bei Suchmaschinen höher gerankt wird, da Google und Co. Seiten mit SSL-Zertifikaten vorziehen.

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2 Kommentare
  1. Danke für die Anleitung…
    ich habe gerade versucht Cloudflare mit einer bei All inkl liegenden Domain ans laufen zu kriegen… Leider konnte ich die Nameserver bei all inkl nicht ändern.
    Jetzt lese ich bei dir, dass Du nur Cloudflare und ein plugin für wordpress verwendest… Gar kein Problem? Gibt es in der Funktionsweise einen Unterschied?

    Grüße

  2. Nein, auch hier in der Anleitung muss beim Domainanbieter der Nameserver geändert werden.
    Dazu müsstest du den Support bei Allinkl fragen, ob die einen externen DNS unterstützen und das für dich ändern.


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