Die letzten der Samurai - Tolle Bilder

Samurai Gruppenfoto 1863

Artikel wurde aktualisiert am 03.10.2016

Das alte, feudale Japan fasziniert mich schon immer. Gäbe es sowas wie eine Zeitmaschine, würde ich mich in das Jahr 1800 nach Japan beamen lassen. Dank dieser Fotos aus dem Jahre 1863 können wir uns kurz in diese längst vergangenen Zeiten zurückversetzen lassen. Es handelt sich dabei um Schwarz-Weiß-Fotos, die händisch nachkoloriert wurden. Die Bilder zeigen die Krieger und ihre Kurtisanen.

Als der Fotograf Felice Beato im Jahre 1863 in Japan ankam, fand er das Land inmitten eines Bürgerkriegs. Nach über 200 Jahren in Abgeschiedenheit, wurde Japan dazu gezwungen, sich für den Handel mit Amerika zu öffnen. Das Land war gespalten in das Tokugawa Shogunat in Edo und dem kaiserlichen Hof in Kyoto.

Altes Samurai Foto in Farbe von 1863
Altes Samurai Foto in Farbe von 1863

Junger Samurai sitzt am Sessel
Junger Samurai sitzt am Sessel

Samurai post mit Schwert
Samurai post mit Schwert an der Hüfte

Im Laufe der nächsten zehn Jahre, einer Zeit als Bakumatsu bekannt, wurde Japan zerrissen, als der kaiserliche Befehl nach und nach die Kontrolle übernahm. Der entscheidende Moment kam, als die Samurai der Chōshū und Satsuma Provinzen das Shogunat 1867 besiegten, was zur Wiederherstellung der kaiserlichen Herrschaft unter Kaiser Meiji geführt hat.

 Ein  junger Samurai
Ein junger Samurai vor 150 Jahren

Zwei Samurai in voller Rüstung
Zwei Samurai in voller Rüstung

Samurai schwingt Schwert für das Foto
Samurai schwingt Schwert für das Foto

Satsuma Samurai am Bogen
Satsuma Samurai am Bogen

Beato war ein Anglo Amerikaner, geboren in Venedig im Jahre 1832, aufgewachsen im britischen Protektorat von Cofu. Sein Handwerk hat er vom Foto-Pionier James Robertson gelernt. Mit ihm ist er auch nach Indien und China gereist.

1832 hat Beato die meisten seiner fotografischen Werke verkauft und bei der Londoner Börse investiert. Sehr schnell hatte er dort alles verloren. Im folgenden Jahr entschloss er sich England zu verlassen, um ein neues Abenteuer in Japan zu starten. Angekommen in Yokohama gründete Beato eine Firma mit dem englischen Künstler Charles Wirgman, welcher Sketches zeichnete und Gravuren anhand von Beato’s Fotos machte.

Zu der Zeit war es für Ausländer aus dem Westen sehr gefährlich in Japan zu reisen. Viele Samurai es aus dem Shogunat töteten damals alle dingbaren Ausländer.
Dank seiner Kontakte zum kaiserlichen Militär schaffte es Felice Beato aber trotzdem sehr viel zu reisen.
Aufgrund dieser Beziehungen konnte der Fotograf die letzten Jahre des feudalen Japans dokumentieren.

Samurais mit Landkarte
Samurais mit Landkarte

Unter seinen ersten Bildern finden sich die Porträts von den Satsuma Samurais, welche sich gerne für ihn in Pose setzten. Die vier Samurais auf dem folgenden Bild halten symbolisch ein rotes Buch, über englische Literatur, in die Höhe. Damit wollen sie ihr Wissen über den westlichen Teil der Erde präsentieren. Ein anderer Samurai hat aber auch einen geöffneten Dolch in der Hand, womit wohl auch die kriegerische Entschlossenheit gezeigt werden soll.

 Samurais mit Buch über englische Literatur
Satsuma Samurais mit Buch über englische Literatur.

Als es in Japan aber komplett unmöglich wurde zu reisen, eröffnete Beato ein Fotostudio in Yokohama. Dort fotografierte er viele Samuraikrieger und ihre Kurtisanen.

Samurai und Kurtisane
Samurai und Kurtisane
Samurai mit Bogen
Samurai mit Bogen
zwei Kurtisanen
Zwei Samurai Kurtisanen
Straßenhändler aus dem feudalen Japan
Straßenhändler aus dem feudalen Japan
Samurai Kurtisane mit Kind
Samurai Kurtisane mit Kind
Samurai Kurtisane wäscht sich die Haare
Samurai Kurtisane wäscht sich die Haare
Aristokratische Familie des Japans  1863
Aristokratische Familie des Japans 1863

Diese Bilder von den letzten Samurai finde ich schon genial. Da fragt ich mich, wie mag das Leben in Japan im Jahre 1863 wohl gewesen sein.

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8 Kommentare
  1. Ich finde Samurais und im allgemeinen die asiatische Kultur sehr interessant. Auf dem Japantag in Düsseldorf konnte man alte Samurai Rüstungen begutachten und wenn man bedenkt, dass viele der Rüstungen teilweise nur aus mehrere Papierschichten bestanden, und trotzdem im Kampf Stand hielten, ist die Machart beeindrucken!

  2. Danke für diesen sehr schönen und ausführlichen Artikel zu den letzten Jahren des feudalen Japans und dem Hintergrundwissen zu den Fotos.
    Ich finde es faszinierend, wie die Bilder koloriert wurden – farbenfroh und mit Augenmerk auf die Details der Kleidung und Rüstung, während Gesichter und Hintergründe meist weiß blieben. Das ist eine künstlerisch sehr interessante Entscheidung, wobei der schöne Sepia-Ton der Fotos ja sozusagen „Hautfarbe“ nachstellt.
    Habe ich sehr gerne gelesen.

  3. Sehe ich genau so. Obwohl die Bilder komplett in Schwarz-Weiß vielleicht noch besser wirken könnten.

  4. Servus Jochen,

    da hast du ja wahre historische Schätzchen ausgegraben! Darf ich fragen, wie du an diese schönen Bilder gekommen bist? Noch mehr als die Samurai würde mich das Leben der „normalen“ Menschen wie das des gezeigten Straßenhändlers interessieren.

    Herzliche Grüße

    Sissi

    PS: Die Herausforderung zur Bier-Haul-Blogparade steht! ;-)

  5. Es kommt bald noch so ein ähnlicher Post. Auch wieder ganz alter Bilder, aber ein ähnliches Genre.

    Haul? hmmm, kenn ich nicht.

    • Danke für die Benachrichtigung :)


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