Cookie Richtlinie - Meine praktische Umsetzung mit SilkTide

Cookie Richtlinie

Artikel wurde aktualisiert am 03.10.2016

Lange habe ich mich gegen diesen hässlichen Banner, quer über die Webseite, gewehrt. Es geht um die Information der Besucher, dass auf dieser Webseite Cookies gespeichert werden. Mit Datenschutz wird in Deutschland normalerweise nicht gescherzt. Die EU-Verordnung wurde in Deutschland zwar schon lange umgesetzt, allerdings nicht ganz so wie es von der EU gewünscht war.

Was ist die Cookie Einwilligung?

In Deutschland reicht es laut Telekomunikationsgesetzt soweit, dass in der Datenschutzerklärung auf die Cookies hingewiesen wird. Hier auf j0e.org erfolgt das im Impressum. Eine gesonderte Benachrichtigung, direkt beim Betreten der Seite, ist nicht notwendig. Deshalb sieht man diese Cookie-Banner auch auf den wenigsten Seiten.

Das wird sich nun aber kräftig ändern! Schuld daran ist nicht der Gesetzgeber oder die EU, sondern der Internet-Gigant Google:

Lieber Publisher,

Hiermit möchten wir Sie auf eine neue Richtlinie zur Einholung der Zustimmung der Endnutzer in der EU hinweisen, mit der den geltenden gesetzlichen Vorgaben und Best Practices Rechnung getragen wird. Diese Richtlinie sieht vor, dass Sie zur Einholung der Zustimmung des Endnutzers verpflichtet sind, wenn Sie Produkte wie Google AdSense, DoubleClick for Publishers und DoubleClick Ad Exchange einsetzen.

Diese Benachrichtigung haben alle Nutzer von Google Adsense bekommen. Google lässt seine User aber nicht ganz alleine dastehen und hat eine schöne Informationsseite zum Thema Cookie-Richtlinie erstellt. Dort findest du auch weiterführende Links, wie du diese Richtlinie auf deiner Seite umsetzten kannst.

Weiters findet sich in dieser E-Mail noch der folgende Satz:

Bitte setzen Sie diese Richtlinie so bald wie möglich um, spätestens jedoch bis zum 30. September 2015.

Spätestens bis zum 30.09.2015 muss also auf jeder Seite, auf der Adsense Werbung eingesetzt wird, auch die Benachrichtigung über die Nutzung von Cookies vorhanden sein. Wer dem nicht nachkommt, riskiert seinen Adsense Account. Wie viele schon am eigenen Leibe erfahren mussten, ist das Werbenetzwerk nicht gerade zimperlich, wenn es ums Sperren von Accounts geht. Eine Reaktivierung seines Accounts ist dann so gut wie unmöglich.

Wird Google diese Richtlinie zur Zustimmung der Nutzer auch überprüfen? Vielleicht nicht gleich sofort und auf jedem Account, aber über kurz oder lang ganz sicher. Wenn du an deinem Adsense-Account hängst, kann ich dir nur empfehlen, bis zum 30. September eine Benachrichtigung auf deiner Seite zu installieren.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Nutzereinwilligung. Die aufwendige und wohl auch kaum praktikable Lösung ist dem Besucher beim Betreten der Seite zu fragen, ob Cookies gesetzt werden dürfen (OptIn Lösung). Die gängigere Variante ist, den Besucher über die Nutzung zu informieren und die Möglichkeit zu geben, die Cookies zu löschen (OptOut Variante). Peer hat dazu eine interessante Abstimmung gestartet, wo sich jetzt schon die ersten Tendenzen herauskristallisieren.

Cookie Umfrage von Peer Wandiger
Cookie Umfrage von Peer Wandiger

Bis jetzt weisen ja die meisten Webseiten, auf der Impressum- oder Datenschutzseite, lediglich auf die Nutzung von Cookies hin. Das scheint Google aber zu wenig zu sein. Es soll nun auch direkt eine Möglichkeit zum Löschen der Cookies angeboten werden. Also die Opt-Out-Variante. Ich bin gespannt, ob nicht der Banner mit der Verlinkung zur Datenschutzerklärung auch reicht.

Praktische Umsetzung des Cookie-Banners

Es gibt zahlreiche kostenpflichtige Angebote, wie du den Banner auf deiner Seite umsetzten kannst. Aber auch kostenlose Möglichkeiten. Teilweise über die Einbindung von JavaScript, oder noch einfacher mittels WordPress Plugins.

Meine Lösung mit Cookie Consent

Sehr einfach, kostenlos und ressourcenschonend geht es mit dem Angebot von SilkTide. Das Tool nennt sich Cookie Consent und bietet einen Assistenten zur Generierung des Informations-Banners. Danach muss lediglich ein JavaScript Aufruf im Header deiner Seite eingefügt werden. Das Script selbst wird vom Amazon CDN geladen und ist lediglich 3,5 kb groß. Das nehme ich!

Cookie Consent Assistent von SilkTide
Cookie Consent Assistent von SilkTide

Ich habe mich für die Einbindung im Footer entschieden. Außerdem habe ich den Banner noch etwas verkleinert und die Farbe des Buttons angepasst. Deshalb kommt bei mir noch eine Zeile CSS hinzu. Den Text habe ich natürlich auf die Deutsche Sprache übersetzt.

Da ich auf meinen Blogs keine separate Seite mit der Datenschutzerklärung nutze, linkt der Mehr Info Verweis immer auf mein Impressum. Den Link habe ich auch relativ eingefügt, damit ich das Script nicht für jede Seite anpassen muss.

Den folgenden Code kannst du so übernehmen und auf deiner Seite einfügen:

<script type="text/javascript">
    window.cookieconsent_options = {"message":"Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anzubieten und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.","dismiss":"OK","learnMore":"Mehr Info","link":"/impressum/","theme":"light-bottom"};
</script>
<script type="text/javascript" src="//cdnjs.cloudflare.com/ajax/libs/cookieconsent2/1.0.9/cookieconsent.min.js"></script>
<style>.cc_btn {background-color: #ccc !important;}.cc_container {padding: 5px !important;}</style>

Wie einfügen?

Ich nutze auf all meinen Seiten das wpSEO Plugin. Da gibt es ganz unten die Möglichkeit, Snippets im HTML-Header einzufügen. So mache ich das:

Einfügen mittels wpSEO Snippets
Einfügen mittels wpSEO Snippets

Viele Themes bieten auch die Option, Code im Header einzufügen. Das beliebte Divi Theme zum Beispiel.

Divi Theme Head Code
Divi Theme Head Code

Hast du kein Plugin oder Theme, wo du den Cookie-Banner hinterlegen kannst, besteht auch noch die Option direkt in den Theme Dateien. Suche dir die Datei names header.php und füge direkt vor dem schließenden </head> Tag den Code ein.

Theme Datei header.php bearbeiten
Theme Datei header.php bearbeiten

Der Banner ist responsive und passt sich an alle Display Größen an.
Wenn du auf ein Problem stößt, kannst du gerne hier um Hilfe fragen.

Einfügen in Google Blogger

Der Blogdienst von Google fügt automatisch einen sehr unansehnlichen Banner ein. Diesen Banner kannst du mit dem folgenden Code im Header (zwischen <head></head>) deaktivieren.

<script type='text/javascript'>
cookieChoices = {};
</script>

WordPress Plugins

WordPress Plugins sind einfach zu handhaben und erlauben meist mehrere Einstellungen. Besonders für technisch sehr unerfahrene User sind Plugins eine gute Alternative. Wenn ich Plugins vermeiden kann, tue ich das aber auch. Jedes Plugin bietet Angriffsmöglichkeiten und macht deinen Blog etwas langsamer.

Premium Plugins bieten meistens mehr Freiheiten und Möglichkeiten. Außerdem gibt es bei Problemen (leider nicht immer) guten und schnellen Support. Bei kostenlosen Plugins hab ich leider schon sehr oft die Erfahrung gemacht, dass diese einfach nicht weiter entwickelt werden. Deshalb schaue ich vorher immer, ob es schon Updates gab.

Premium

Premium Cookie Plugins auf codecanyon
Premium Cookie Plugins auf codecanyon

Ich nutze immer häufiger premium Plugins. Besonders wenn sie mit einer einmal-Bezahlung daher kommen, finde ich das Preis-Leistungsverhältnis meist richtig gut.

Cookie Info WP
Dieses Plugin hat mir am besten gefallen. Cookie Info WP bietet alle notwendigen Einstellungsmöglichkeiten und gefällt mir auch optisch sehr gut. Mit 11 USD auch nicht gerade teuer.

CookieCuttr
Ebenfalls sehr viele Möglichkeiten bietet dir CookieCuttr. Wenn du den Banner gerne mehr an dein Thema anpassen möchtest, findest du daran vielleicht mehr gefallen. Mittlerweile kommt das Plugin sogar in Version 2. Preislich ebenfalls bei 11 USD.

Kostenlos

Cookie Plugins auf wordpress.org
Cookie Plugins auf wordpress.org

Auf wordpress.org findest du auch genug kostenlose Cookie Banner Plugins. Hier eine kleine Auswahl.

Cookie Law Info
Dieses Plugin ist eines der bekannteren und auch schon länger erhältlich. Updates gab es auch schon mehrere. Wenn du ein kostenloses Plugin suchst, bist du mit Cookie Law Info sicher gut beraten.

Pronamic Cookies
Mit Pronamic Cookies kannst du auch einen Block-Banner einbinden, der die gesamte Seite sperrt, bis der Besucher die Nutzung von Cookies akzeptiert. Die letzte Aktualisierung war allerdings im Jahre 2013, weshalb ich die Verwendung nicht unbedingt empfehlen würde.

Opt-Out im Impressum

Ich glaube eine allumfassende OptOut Lösung gibt es nicht. Es werden einfach zu viele Cookies geschrieben.
Meine Lösung sieht erst mal so aus, dass ich im Impressum auf http://www.meine-cookies.org/cookies_verwalten/praeferenzmanager.html verlinke. Die Seite ist vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Dort wird es in Zukunft einen Präferenzmanager geben, wo du genau sehen kannst, welche Cookies aktuell aktiv sind und diese auch gleich deaktiviert werden können.

Fazit

Nach dem ich mir alle Möglichkeiten angesehen habe, hat mir Cookie Consent am besten gefallen. Kostenlos und einfach einzubinden. Was will man mehr. Außerdem bremst das Javascript meinen Blog nicht unnötig aus.
Mir war auch wichtig, dass ich einen vordefinierten Code auch auf allen Seiten nutzen kann. Ohne weitere Konfiguration und Anpassungen.

Wie hast du die Cookie-Richtlinie umgesetzt?

Updates

09.11.2015: Aus Kostengründen wird das JS File nun bei Cloudflare gelagert. Bis spätestens solltest du als die „src URL“ austauschen. Im obigen Beispiel hab ich das schon gemacht.
Folgenden Code suchen:

src="//s3.amazonaws.com/cc.silktide.com/cookieconsent.latest.min.js"


und damit ersetzten:

src="//cdnjs.cloudflare.com/ajax/libs/cookieconsent2/1.0.9/cookieconsent.min.js"

Verfasst in: SEO Themen, WordpressTags: ,
8 Kommentare
  1. Wie gut, dass ich deinen Blogpost gelesen habe :) Der passte jetzt sozusagen wie Topf auf Deckel! Gerade habe ich mir vorgenommen mich mit dieser „Cookie-Sache“ mal auseinanderzusetzen und schwupps lese ich deine wirklich gut gelungene Zusammenfassung. Danke dafür!

    • Hallo Jessy, freut mich, wenn dir der Post etwas weiter geholfen hat!
      Jochen

  2. Ich habe Deinen Blogpost mit Interesse gelesen. Mit diesem Thema schlage ich mich schon geraume Zeit herum. Auch mit der Variante mit SilkTide, hat bei mir leider nicht funktioniert. Letzten Endes habe ich mich für die Variante von Affilinet entschieden und auf meiner Startseite eingebaut. Müssen die Dinger auch auf alle anderen Unterseiten oder reicht es wenn ich meine Startseite damit verunstalte? Auf jeden Fall ist Dein Post sehr interessant.

    • Hallo Steffen! Ich sehe das wie du. Verunstalten ist das richtige Wort.
      Der Banner muss leider auch auf jeder Unterseite installiert werden.

  3. Hallo Jochen,

    super Anleitung. Ich habe deine Script-Version auf meinen Seiten eingebunden. Hat perfekt funktioniert. Vielen Dank!

    Viele Grüße, Chris

    • Hallo Chris, freut mich sehr, wenn dir die Anleitung weiter geholfen hat.

      lg
      Jochen

  4. Diese Variante funktioniert bei mir nur so in etwa. Leider wird mir auf der Startseite noch immer die Standart-Meldung von Google angezeigt und gleichzeitig(!) auch der neu generierte Footer. Wie kann ich die Meldung von Google blockieren, damit nur der neue Footer zu sehen ist? Außerdem würde ich gern die Link-Farbe von „Mehr Infos“ ändern aber bekomme es nicht so recht hin.

    Danke im Voraus!
    Mel

    • Hallo Mel,
      um die Meldung von Google zu entfernen, musst du innerhalb von <head></head> folgendes einfügen:

      <script type='text/javascript'>
      cookieChoices = {};
      </script>

      Die Farbe des Links kannst du so ändern:

      <style>.cc_more_info {color: #ccc !important}</style>

      #ccc ist der Farbcode.


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