Welche Produkte bei Amazon verkaufen

Amazon - Welche Produkte kaufen

Artikel wurde aktualisiert am 23.12.2016

Dieser Leitfaden klärt, welche Produkte und Waren gut auf Amazon verkauft werden können. Amazon ist die größte Handelsplattform in Europa und in den USA. Während die Umsätze in lokalen Geschäften teilweise stagnieren oder gar zurückgehen, kann sich der Amazon Marktplatz über steigende Umsätze freuen.

Kaum jemand in unseren Breiten kennt Amazon nicht, und die meisten Menschen haben auch schon bei Amazon bestellt. Aber längst nicht jeder weiß, dass Amazon nicht nur selbst verkauft, sondern die Handelsplattform auch für andere Händler offen ist.

Dies eröffnet uns die Möglichkeit, selbst in das Thema E-Commerce einzusteigen und erfolgreich Produkte auf dieser Handelsplattform zu verkaufen. Um als Verkäufer Produkte bei Amazon anbieten zu können, muss man ein kostenloses Konto für Händler bei Amazon eröffnen.

Wer keinen stationären Handel hat oder selbst keine Artikel herstellt, wird sich darüber Gedanken machen, welche Produkte er bei Amazon verkaufen will, um erfolgreich als Amazon Händler Geld zu verdienen.

Was ist ein gutes Produkt für den Verkauf auf Amazon?

Es gibt fast nichts, was nicht auf Amazon verkauft wird. Aber bei weitem nicht alles eignet sich auch, um als Amazon Seller zu starten. Vor allem, wenn man keinen Stab an Angestellten, kein großes Lager und kein riesiges Startkapital hat, sollte man der Produktwahl eine ganz besondere Aufmerksam widmen.

Folgende Waren eigenen sich meiner Meinung nach nicht für den Verkauf bei Amazon:

  1. Große, schwere und empfindliche Produkte
    Post oder Paketdienste versenden die Artikel. Große und schwere Artikel sind teuer im Versand und in der Lagerhaltung. Empfindliche Produkte müssen den Versand von z. B. China nach Europa überstehen, und dann noch heil beim Käufer ankommen.
  2. Sehr günstige Artikel
    Hier sind die Margen begrenzt, und der Aufwand steigt um viele „kleine“ Bestellungen zu administrieren
  3. Sehr teure Produkte
    Bei teuren Waren ist zwar eine höhere Marge zu erwarten, diese Produkte müssen allerdings vorfinanziert werden. Außerdem sinkt die Chance von Spontankäufen, und der Interessent wird Preise vergleichen
  4. Mechanische und elektrische Produkte
    Bei diesen Erzeugnissen muss man mit höheren Rücksendungen rechnen. Garantie und Gewährleistung werden einen Teil der Margen verschlingen. Manche Käufer bestellen mehrere Varianten von Produkten, entscheiden sich für eines, und schicken den Rest zurück. Eine hohe Rücksenderate wirkt sich negativ auf das Listing (Reihung in den Suchergebnissen) bei Amazon aus.
    Nicht zu unterschätzen ist auch die Produkthaftung, für die man als Importeur automatisch verantwortlich ist.
  5. Markenartikel
    Bei Markenartikel herrscht ein harter Preiskampf. Vernünftige Margen sind kaum möglich. Man muss auch auf die Bezugsquellen sehr achten, um unbewusst keine Fälschungen an den Mann zu bringen. Ich persönlich würde keine Markenartikel bei Amazon verkaufen (außer natürlich ich bin der Markeninhaber).
  6. Produkte für Kinder unter 3 Jahren
    Bei Spielzeugen und Artikel für Kleinkinder gelten eigene Regeln. Das beginnt mit den Inhaltsstoffen und endet mit der Sicherheit der Fabrikate (z. B. Verschlucken).
  7. Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel
    Bei Lebensmittel muss man auf Verderblichkeit, Verfallsdatum, Deklaration des Inhalts und andere Unannehmlichkeiten aufpassen. Deshalb keine Option für mich. Wer sich aber für diese Sparte entscheidet, kann mit hohen Margen rechnen.
  8. Kosmetika
    Markenartikel sind wieder heiß umkämpft. Vor OEM Produkten ist aber abzuraten, da Allergien, Unverträglichkeiten, etc. schnell Klagen einbringen können. Deshalb Hände weg. Hier sind aber ebenfalls hohe Margen möglich. Vor allem dann, wenn es gelingt eine eigene Marke aufzubauen.
  9. Gefährliche Produkte und minderwertige Qualität
    Wenn man das Gefühl hat, dass Erzeugnisse gefährlich sein könnten, sollte man die Finger davon lassen. Eine schlechte Produktqualität sorgt für viele Rücksendungen und schlechte Bewertungen. Dies wirkt sich schlecht auf deine Reputation bei Amazon aus, was du im Ranking zu spüren bekommst.
    Hier ist zu erwähnen, dass das erste Unternehmen, das ein Produkt in die Europäische Union importiert, auch für Gewährleistung und Produkthaftung zuständig ist. Deshalb rate ich davon ab, solche Produkt bei Amazon zu veräußern.
  10. Artikel mit naturgemäß hohen Rücksendequoten
    Naturgemäß sind Kleidungsstücke und Schuhe stark von Rücksendungen betroffen. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen. Aber alleine die Vielfalt der Varianten (Farben, Größen, etc.) lassen diese Artikel keinen guten Start zu.
  11. Saisonale Waren und solche mit kurzer Dauer an Aktualität
    Für den Start eignen sich Waren besser, die das ganze Jahr nachgefragt werden. Natürlich können zu Weihnachten Weihnachtskrippen verkauft werden. Nicht verkaufte Krippen binden aber dann Kapital und Lagerplatz bis nächstes Weihnachten.
    Ebenso halte ich Produkte mit kurzer Lebensdauer für gefährlich. Bei Handyhüllen und Computerzubehör muss man schon sehr gut aufpassen, dass man nicht auf seiner Ware sitzen bleibt, wenn der Verkauf nicht wie geplant ist.

Diese Aufzählung ist sicher nicht abschließend, ist aber eine Art Leitfaden auf was man bei der Produktwahl achten sollte.

Ein ideales Produkt für den Verkauf auf Amazon hat folgende Eigenschaften:

  1. Produkte sind klein und leicht für günstigen Versand und Lagerung
  2. Produkte liegen im Verkauf zwischen 10,- und 40,- um Spontankäufe zu ermöglichen
  3. Ideale Produkte erfüllen einen ganz bestimmten Zweck und einen klaren Kundennutzen
  4. Die Nachfrage ist das ganze Jahr über relativ stabil
  5. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass sich wegen einem fehlerhaften Produkt jemand ernsthaft verletzt.

Produktrecherche

Nun geht es an die Produktrecherche, denn wir wollen ja herausfinden, welche Erzeugnisse wir bei Amazon verkaufen wollen.

An diesen Teil gehe ich nicht besonders pragmatisch heran. Meistens gehe ich die Bestsellerlisten auf Amazon durch, und hole mir hier Ideen. Irgendwann entdeckt man dann einen Artikel, der in das oben angeführte Beuteschema passt.
Wenn man nun diese erste Vorauswahl getroffen hat, stellt man sich eine Keywordliste mit den Begriffen zusammen, nach denen mögliche Kunden suchen könnten.
Für mein Beispiel nehme ich einmal hochwertige Yogamatten.
Ich gebe nun im Amazon-Suchfeld meine Keywords ein, unter denen ich hauptsächlich gefunden werden will, also zum Beispiel „Yogamatte“. Dieser Suchbegriff ist natürlich nicht sehr speziell, und es ist mit einer starken Konkurrenz zu rechnen. Für das Beispiel aber egal.
Nun schau ich mir nach der Reihe die ersten 10 Suchergebnisse an. Dort sollten wir nämlich auch mit unserem Produkt unbedingt landen.

Amazon-SEO Artikeldetails

In erster Linie interessieren mich folgende Parameter:

  • Anzahl und Qualität der Bilder
    Bilder sind wichtig um einen Kauf beim Interessenten auszulösen. Als Minimum würde 3-5 Bilder sehen. Die Fotos sollten absolut professionell erstellt und aufbereitet werden. Kannst du das nicht selbst machen, such dir einen Fotografen und Grafiker, die das für dich erledigen können. Handyfotos auf unbrauchbaren Hintergrund sind unbrauchbar.
    Zumindest ein Foto muss ohne Hintergrund bzw. mit weißem Hintergrund dargestellt werden. Weitere Fotos mit Personen oder Objekten mit dem Produkt in Verwendung machen sich auch gut. Wenn der Artikel ein ansprechende und hochwertige Verpackung hat, sollte auch so ein Foto verwendet werden.
    Aber nicht nur Produktfotos machen sich gut, auch Gütesiegel, Testsiegel, etc. helfen bei der Vertrauensbildung und damit bei der Kaufentscheidung.
    Bilder sind nicht nur für Kunden wichtig, auch Amazon berücksichtigt die Qualität der Bilder beim Suchalgorithmus.
  • Titel der Anzeige
    Neben den Fotos ist der Titel ein wesentlicher Punkt, ob sich der Interessent das Produkt näher ansehen wird. Im Titel sind also alle wichtigen Merkmale zu verpacken. Aufgrund der begrenzten Anzahl der möglichen Zeichen sollte man sich den Titeltext gut überlegen, und später auch optimieren.
  • Anzahl und Bewertungen der Rezensionen
    Auch die Rezensionen und die Bewertung sind ausschlaggebend, ob ein Handelsgut gekauft wird oder nicht. Es müssen nicht alle Rezensionen 5 Sterne aufweisen, dies wäre eher unnatürlich und unglaubwürdig. Optimaler Weise sollte die Bewertung bei 4 Sternen und aufwärts liegen. Bei neuen Produkten kann es zielführend sein, einige Exemplare kostenlos oder vergünstigt gegen eine unabhängige Bewertung abzugeben.
    Auf keinen Fall sollte man versuchen, positive Bewertungen zu kaufen. Dies entspricht nicht den Amazon Richtlinien, und wenn es rauskommt (und es wird rauskommen) wird das Amazon Konto gesperrt.
  • Prime Artikel und Lieferzeiten
    Onlinekunden wollen nicht ewig auf den gekauften Artikel warten. Es ist demnach unumgänglich eine vernünftige Lieferzeit (max. 2-3 Tage innerhalb des Landes) anzugeben, und diese auch einzuhalten. Schnelle Lieferzeiten angeben und nicht einhalten können wirkt sich negativ auf die Bewertungen, aber auch auf das Amazon Ranking aus.
    Besser ist es, direkt von Amazon versenden zu lassen. Amazon bietet hier das Prime-Service „Versand durch Amazon“ an. Dabei schickt man seine Ware in angemessener Stückzahl an Amazon, und Amazon kümmert sich dann um den Versand des Artikels an die jeweiligen Käufer.
    Solche Angebote werden mit dem „Prime“ Logo gekennzeichnet. Das Logo sorgt für hohes Vertrauen des Kunden, und es wird eher gekauft. Das merkt man sehr rasch in den Verkaufszahlen, wenn man seine Produkte als Prime von Amazon versenden lässt.Dieser Amazon Service nennt sich „Amazon FBA“ (Fulfillment by Amazon). Dabei lagern die Artikel bei Amazon, und die komplette Abwicklung von Bestellung und Retouren wird durch Amazon erledigt. Man muss nur aufpassen, dass immer ein ausreichender Lagerstand verfügbar ist. Für die Lagerung fallen überschaubare Lagergebühren an (je nach Saison derzeit 12,50 bzw. 18,- pro Monat und Kubikmeter. Aufpassen muss man bei Ladenhüter welche seit 365 Tagen bei Amazon einlagern. Hier sind gleich 1.000,- pro 6 Monate und Kubikmeter an. Nähere Infos zu den Amazon FBA Gebühren (Lager- und Versandgebühren findest du hier.
  • Produktmerkmale und Produktbeschreibung
    Amazon Bullets
    Die wichtigsten Produktmerkmale kann man in 5 Zeilen eintragen, hervorgehoben durch Bullets. Die Merkmale sollen kurz und knackig geschrieben sein. Interessenten entscheiden nicht zuletzt an diesen 5 Punkten, ob das Erzeugnis für sie interessant ist und sie noch zur Produktbeschreibung nach unten scrollen.
    Die Produktbeschreibung steht dir dann zur Verfügung, wenn du einen eigenen Artikel einstellst, den es bei Amazon noch nicht gibt. Dazu brauchst du eine GTIN Nummer, die deinem Produkt eindeutig zugeordnet ist. Wenn du ein Fabrikat als OEM importierst, kannst du eine eigene Marke aufbauen und die Ware ausführlich beschreiben. Eigene Produkte und Marken haben auch den Vorteil, dass du nicht im Preiskampf mit dutzenden anderen Händlern stehst.
  • Artikelpreis
    Der Preis ist mir hier vorerst einmal nicht so wichtig. Hier schaue ich nur, ob er in den oben beschriebenen Rahmen passt. Bei der Lieferantensuche bekommt der Preis natürlich noch eine besondere Bedeutung.

Wenn ich mir, die oben angeführten Punkte bei den ersten 10 Suchergebnissen genau angeschaut habe, entscheide ich, ob ich es besser machen könnte. Nur wenn es gelingen würde bessere Fotos einzustellen, besseren Titeltext und aussagekräftigere Produktmerkmale zu formulieren, gehe ich zum nächsten Schritt über.

Wenn mir ein Großteil der ersten 10 angezeigten Artikel schon perfekt präsentiert erscheinen (kommt eher selten vor), lasse ich dieses Produkt und suche weiter nach geeigneten Produkten.

Meiner Meinung nach ist es einer der wichtigsten Fragen, welche Produkte man auf Amazon verkaufen kann. Es nutzt nicht tolle Nischenprodukte anzubieten, die keiner haben will. Oder Manufakte, die sich vielleicht gar nicht für den Onlinehandel eignen.

Fazit: Optimale Produkte für Amazon

Für die Produktrecherche nehme ich mir richtig viel Zeit. Gute Produkte mit den notwendigen Randbedingungen und relativ schwachem Mitbewerb zu finden ist nicht so einfach, und sehr zeitaufwendig.
Und wenn ich eine Produktrecherche abgeschlossen habe, warte ich ein paar Tage und schau mir das spezielle Produkt noch einmal an. Ich analysiere dann wieder die Mitbewerber (Listing kann sich geändert haben), und überlege mir noch einmal, ob das Gut wirklich meinen persönlichen Anforderungen (wie oben beschrieben) entspricht.

Erst wenn ich ein Produkt gefunden habe welches meinen Anforderungen entspricht, gehe ich zum nächsten Schritt.
Jetzt ist die Entscheidung fällig, ob ich ein bereits gelistetes Produkt als weiterer Händler verkaufen will, oder ob ich ein eigenes Produkt anbieten möchte.

Wenn ich ein eigenes Produkt bei Amazon anbieten und veräußern will, ist der nächste Schritt das Suchen und Finden von geeigneten Lieferanten für, welche mir das Produkt auch als OEM Ware liefern würden (im Idealfall auch mit eigenem Branding). Diese Fertigungen nennt man dann „Private Label“ Produkte, also eigene Handelsmarken von fremden Herstellern.

Update und Leserfragen

Was ist der Amazon Marketplace?
Amazon ist unbestritten der größte Online Marktplatz in Europa und Amerika. Die meisten Artikel werden aber nicht direkt von Amazon verkauft, sondern von selbständigen Händlern welche Amazon dazu verwenden, ihre Produkte zu verkaufen. Diese Firmen können ihre Produkte in einem Amazon Marketplace (Amazon Marktplatz) anbieten, und so den Bekanntheitsgrad und den Vertrauensvorschuss in Amazon für sich nutzen. In Europa gibt es neben dem deutschen Marktplatz noch den britischen, den französischen, den italienischen und den spanischen Marktplatz.
Wie verkaufe ich bei Amazon
Um bei Amazon zu verkaufen braucht man ein sogenanntes „Verkäuferkonto“. Hier kann man ein kostenloses Basiskonto registrieren.
Was beutet „Versand durch Amazon“?
Versand durch Amazon bedeutet, dass Amazon die Lagerhaltung und die Lieferung zum Kunden abwickelt. Dieser Service nennt sich auch FBA („Fulfillment by Amazon“). Für das FBA-Service benötigt man ein kostenpflichtiges Pro-Konto.
Was kostet es bei Amazon zu Verkaufen
Grundsätzlich kommt es darauf an, ob man ein kostenloses Basiskonto hat, oder ein Pro-Konto, welches sich derzeit mit 39,- Euro pro Monat zu Buche schlägt. Zu den Fixkosten kommt noch die Verkaufsgebühren, deren Höhe von den Artikelgruppen abhängt. Die Verkaufsgebühren werden prozentuell vom Verkaufspreis berechnet, und es gibt auch unterschiedliche Beträge für eine Mindestverkaufsgebühr. Übersicht zu den Verkäufergebühren bei Amazon

Präsentationen

» https://docs.google.com/presentation/d/1uwde1YAGqlblCYPcKbZ2jr7kLnR9bQ60Utpc3eXk8gw/edit?usp=sharing
» http://de.slideshare.net/JochenGererstorfer/welche-produkte-bei-amazon-verkaufen-j0eorg

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